
Bürgerschaftliches Engagement
Bürgerschaftliches Engagement ist eine zentrale Säule der Gesellschaft – insbesondere auch in den Häusern der Familie. Wie wollen Sie das ehrenamtliche Engagement aller Generationen in den Häusern der Familie stärken und nachhaltig sichern?
Bürgerschaftliches Engagement ist Ausdruck gelebter Verantwortung und ein tragendes Element unserer Gesellschaft. Die CDU Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, das ehrenamtliche Engagement in den Häusern der Familie generationenübergreifend zu stärken. Dazu gehören verlässliche Förderstrukturen, Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche sowie der Abbau bürokratischer Hürden. Gleichzeitig sollen Anreize geschaffen werden, etwa durch Anerkennungsformate, flexible Engagementmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Ehrenamt, Familie und Beruf. Ziel ist es, das Engagement nachhaltig abzusichern, ohne es zu institutionalisieren oder zu überfordern.
Demokratiebildung
Seit über 15 Jahren sind die Häuser der Familie in Rheinland-Pfalz aktiv und leisten einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag. Hier wird Demokratie tagtäglich praktisch gelebt. Welche Vorstellungen haben Sie, um die Häuser der Familie als Orte der Demokratie zu fördern?
Die Häuser der Familie sind wichtige Orte der Alltagsdemokratie. Aus Sicht der CDU Rheinland-Pfalz sollen sie weiterhin als niedrigschwellige Räume der Beteiligung, des Dialogs und der politischen Bildung gestärkt werden. Demokratiebildung wird dabei als lebenslanger Prozess verstanden, der früh ansetzt und alle Generationen einbezieht. Die Förderung partizipativer Formate, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Bildungsangebote sowie die Vernetzung mit Schulen, Kommunen und Vereinen sind zentrale Ansatzpunkte. Dabei bleibt die parteipolitische Neutralität der Einrichtungen gewahrt. Unsere Demokratie wird von Extremismus jedweder Art bedroht – deshalb setzen wir uns auch für eine stärkere Demokratiebildung und eine gelebte Erinnerungskultur, beispielsweise im Unterrichtsalltag, ein.
Nachhaltigkeit
In den Häusern der Familie wird verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen, um auch kommenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen. Wie wollen Sie die Häuser der Familie unterstützen, damit sie zukunftsfähig bleiben, finanziell abgesichert sind und sich weiterentwickeln können?
Nachhaltigkeit bedeutet für die CDU Rheinland-Pfalz Verantwortung für unsere Umwelt mit sozialer Stabilität und wirtschaftlicher Tragfähigkeit in Einklang zu bringen. Die Häuser der Familie sollen durch langfristig planbare Finanzierung, Investitionen in energetische Sanierung und Unterstützung bei Organisationsentwicklung zukunftsfähig aufgestellt werden. Gleichzeitig sollen sie als Orte nachhaltigen Handelns und Lernens weiterentwickelt werden, etwa durch Bildungsangebote zu Ressourcenschonung und nachhaltigem Konsum. Dafür gilt es, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege
In Familien wird füreinander Verantwortung übernommen, etwa durch Betreuung oder Pflege von Angehörigen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Familien in diesem Bereich. Ein Familienfördergesetz, wie es beispielsweise seit 2021 in Berlin existiert, schafft verbindliche Standards zur Stärkung von Familien und entsprechenden Institutionen. Sollte es Ihrer Ansicht nach auch in Rheinland-Pfalz ein solches Familienfördergesetz geben und würden Sie eine Einführung unterstützen?
Für uns als CDU Rheinland-Pfalz ist Familie überall dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Hierfür benötigen sie verlässliche Unterstützung, etwa bei Aufgaben von Betreuung und Pflege. Wir bekennen uns deshalb zur Stärkung familienfreundlicher Rahmenbedingungen und zur Weiterentwicklung bestehender Förderinstrumente. Ein eigenständiges Familienfördergesetz wird dabei sorgfältig geprüft, insbesondere im Hinblick auf Mehrwert, Umsetzbarkeit und föderale Zuständigkeiten. Entscheidend ist, dass verbindliche Standards mit ausreichender finanzieller Ausstattung einhergehen und die kommunale Vielfalt berücksichtigt wird. Für uns gilt: Wer pflegt, verdient mehr als Applaus, sondern konkrete politische Unterstützung. Deshalb stehen wir für eine Pflegepolitik, die Menschlichkeit mit Qualität und Zukunftssicherheit verbindet und damit als ganzheitlicher Ansatz wirkt.
Inklusion
Familien mit behinderten Angehörigen stehen bei der Teilhabe und der Alltagsorganisation vor besonderen Herausforderungen. Wie wollen Sie Barrieren abbauen und inklusive Teilhabe in den Häusern der Familie dauerhaft verbessern?
Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die CDU Rheinland-Pfalz setzt sich dafür ein, Barrieren in den Häusern der Familie schrittweise abzubauen – baulich, kommunikativ und strukturell. Dazu gehören Investitionen in Barrierefreiheit, die Förderung inklusiver Angebote sowie die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Ehrenamtlichen. Inklusion wird dabei als Prozess verstanden, der gemeinsam mit Betroffenen gestaltet wird. Grundsätzlich wollen wir, dass Menschen mit Behinderung nicht um Teilhabe kämpfen müssen, sondern sie wie selbstverständlich erfahren.
Migration und Integration
Familien mit Flucht- oder Migrationsgeschichte sind im Alltag oft mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, da finanzielle und sprachliche Ressourcen meist begrenzt sind. Wie wollen Sie diese Familien sowie die Häuser der Familie dabei unterstützen, Teilhabe und Hilfe im Alltag zu ermöglichen?
Die CDU Rheinland-Pfalz sieht die Häuser der Familie als wichtige Anlaufstellen für Familien mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, um Integration vor Ort zu fördern. Deshalb sollen Sprachförderung, Orientierungshilfen und niedrigschwellige Beratungsangebote gezielt unterstützt werden. Gleichzeitig wird Integration als wechselseitiger Prozess verstanden, der Eigeninitiative und gesellschaftliche Teilhabe voraussetzt. Die Stärkung der Häuser der Familie trägt dazu bei, Integration im Alltag zu fördern und das soziale Miteinander insgesamt zu stärken.
Einsamkeit
Einsamkeit betrifft Menschen aller Generationen und nimmt weiter zu. Dies kann zu psychischen Erkrankungen und steigenden Kosten im Gesundheitswesen führen. Wie wollen Sie die Häuser der Familie in Bezug auf das Thema Einsamkeit stärken?
Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem mit erheblichen sozialen und gesundheitlichen Folgen. Die CDU Rheinland-Pfalz möchte die Häuser der Familie als Orte der Begegnung weiter stärken, insbesondere für ältere Menschen, Alleinerziehende und Familien in belasteten Lebenslagen. Gefördert werden sollen generationenübergreifende Angebote, Nachbarschaftsinitiativen und präventive Strukturen. Ziel ist es, soziale Netze zu stabilisieren und Einsamkeit frühzeitig entgegenzuwirken. Die CDU-Landtagsfraktion hat im Laufe der Legislaturperiode das Thema "Einsamkeit" intensiv als erste Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz bearbeitet und dies auf die Agenda des Plenums gebracht. Wir werden uns auch weiter dafür einsetzen, diese gesellschaftliche Herausforderung sichtbar zu machen und aktiv zu bekämpfen.
Armut
Die Armuts- und Armutsgefährdungsquote steigt weiterhin, die Kluft zwischen arm und reich wird größer. Armut betrifft alle Generationen. Was wollen Sie unternehmen, um Familien und Familieninstitutionen beim Thema „Armut“ zu unterstützen?
Armut und Armutsgefährdung stellen eine zentrale soziale Herausforderung dar. Die CDU Rheinland-Pfalz setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Prävention, Beratung und Teilhabe verbindet. Die Häuser der Familie sollen Familien in prekären Lebenslagen niedrigschwellig unterstützen, etwa durch Bildungsangebote, Beratungsstrukturen und Vernetzung mit kommunalen Hilfesystemen. Dabei wollen wir sie durch die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen unterstützen. Langfristig bleibt gute Bildung, Erwerbsarbeit und soziale Durchlässigkeit der wirksamste Schutz vor Armut.
Digitalisierung
Die Digitalisierung bietet große Chancen für eine gerechtere und fortschrittliche Gesellschaft, bringt aber auch Unsicherheiten mit sich. Neben dem Ausbau der Infrastruktur ist eine Strategie für den Umgang mit Digitalisierung erforderlich. Welche Voraussetzungen wollen Sie schaffen, damit die Häuser der Familie Menschen sicher durch digitale Veränderungen begleiten können?
Die Digitalisierung verändert alle Lebensbereiche und muss sozial verantwortungsvoll gestaltet werden. Die CDU Rheinland-Pfalz möchte die Häuser der Familie dabei unterstützen, digitale Kompetenzen zu vermitteln und Orientierung zu geben. Neben dem Ausbau digitaler Infrastruktur sind Fortbildungsangebote, technische Ausstattung und Datenschutzkonzepte erforderlich. Ziel ist es, digitale Teilhabe zu ermöglichen und Unsicherheiten abzubauen, ohne Menschen zu überfordern oder auszuschließen.
Quartiersarbeit
Gemeinschaft entsteht durch Beteiligung. Gerade in Quartieren können haupt- und ehrenamtliche Bewohnerinnen und Bewohner motiviert und unterstützt werden, sich für ihren Sozialraum einzusetzen und eigene Netzwerke aufzubauen. Wie stellen Sie sich die Unterstützung der Häuser der Familie vor, um die Quartiersarbeit in den Kommunen weiter auszubauen?
Quartiersarbeit stärkt Zusammenhalt und Eigenverantwortung vor Ort. Die CDU Rheinland-Pfalz sieht in den Häusern der Familie zentrale Akteure für die Entwicklung lebendiger Quartiere. Ihre Arbeit soll durch verlässliche Förderung, bessere Vernetzung mit Kommunen und flexible Förderprogramme unterstützt werden. Dabei gilt das Prinzip der Subsidiarität: Lösungen entstehen vor Ort und werden durch das Land flankiert, nicht vorgegeben. Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement und soziale Netzwerke nachhaltig zu stärken.



